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CITYPRAXIS GÖTTINGEN · PSYCHIATRIE & PSYCHOTHERAPIE

Schlafstörungen
in Göttingen.

Wenn die Nächte zur Belastung werden.

Ca. 8 Minuten Lesedauer

Wiederkehrende Ein- oder Durchschlafprobleme können den ganzen Tag belasten. Gemeinsam klären wir mögliche Ursachen und besprechen, welche Behandlung zu Ihrer Situation passt.

Privatpraxis für Privatversicherte & Selbstzahlende

Abstrakte ruhige Wellen mit einer hellen Kugel in Lavendel- und Blautönen
Schlaf verstehen. Entlastung finden.Citypraxis für Psychische Gesundheit

EINE ERSTE ORIENTIERUNG

Das Wichtigste
auf einen Blick.

  1. 01

    Ein- und Durchschlafprobleme, frühes Erwachen und Tagesmüdigkeit verdienen einen genauen Blick.

  2. 02

    Bei chronischer Insomnie ist die kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie (KVT-I) die empfohlene erste Behandlung.

  3. 03

    Sie brauchen weder eine fertige Diagnose noch einen ausgefüllten Selbsttest für das Erstgespräch.

01 / SCHLAFSTÖRUNGEN

Was Sie vielleicht gerade erleben

Sie sind müde, liegen im Bett und möchten eigentlich nur schlafen. Doch die Gedanken laufen weiter. Vielleicht wachen Sie nachts immer wieder auf, schauen auf die Uhr und rechnen aus, wie wenig Zeit bis zum Morgen bleibt. Oder Sie sind schon lange vor dem Wecker wach und finden nicht mehr zurück in den Schlaf.

Nach einer einzelnen schlechten Nacht lässt sich der Alltag oft noch gut bewältigen. Wenn sich solche Nächte häufen, können selbst vertraute Aufgaben anstrengend werden. Die Konzentration lässt nach, die Geduld wird kürzer, und abends entsteht bereits die Sorge vor der nächsten Nacht. Schlaf wird zu etwas, das scheinbar unbedingt gelingen muss.

In der Citypraxis Göttingen unterstützen wir Sie dabei, Ihre Schlafprobleme fachlich einzuordnen und geeignete Behandlungsmöglichkeiten zu besprechen. Im Mittelpunkt stehen Ihre Beschwerden, mögliche Ursachen und die Frage, was Ihren Schlaf heute beeinträchtigt. Für die Behandlung von Schlafstörungen kommen je nach Befund psychotherapeutische Maßnahmen, eine ärztlich begleitete medikamentöse Behandlung oder eine weiterführende schlafmedizinische Abklärung infrage.

02 / SCHLAFSTÖRUNGEN

Wann werden Schlafprobleme zu einer Schlafstörung

Nicht jede unruhige Nacht bedeutet, dass eine Erkrankung vorliegt. Vor einer Prüfung, während einer belastenden Lebensphase oder bei einem Infekt schlafen viele Menschen vorübergehend schlechter. Auch kurzes Erwachen gehört zum normalen Schlaf und wird häufig gar nicht bewusst erinnert.

Entscheidend ist, wie häufig die Beschwerden auftreten, wie lange sie bestehen und welche Folgen sie am Tag haben. Bei einer Insomnie fällt das Ein- oder Durchschlafen schwer oder man erwacht deutlich zu früh, obwohl ausreichend Gelegenheit und grundsätzlich geeignete Bedingungen zum Schlafen bestehen. Hinzu kommen spürbare Belastungen oder Einschränkungen im Alltag.

Für eine chronische Insomnie beispielsweise gelten nach heutigen diagnostischen Kriterien, dass Beschwerden an mindestens drei Nächten pro Woche über mindestens drei Monate bestehen. Dabei müssen die Folgen der Schlafprobleme für den darauffolgenden Tag und mögliche andere Erklärungen berücksichtigt werden. Die reine Anzahl der geschlafenen Stunden reicht für die Diagnose nicht aus. [1]

Sie müssen daher nicht erst mehrere Monate abwarten, bevor Sie Hilfe suchen. Auch kürzer bestehende Schlafprobleme können behandlungsbedürftig sein, etwa wenn Sie erheblich darunter leiden, Ihre Arbeit kaum noch bewältigen oder zunehmend auf Schlafmittel zurückgreifen. Die zeitlichen Kriterien dienen der diagnostischen Einordnung und sind keine Voraussetzung dafür, ernst genommen zu werden.

03 / SCHLAFSTÖRUNGEN

Wie häufig sind Schlafstörungen

Wenn Sie schlecht schlafen, sind Sie damit nicht allein. In einer 2026 veröffentlichten Auswertung des RKI-Panels „Gesundheit in Deutschland“ mit Daten aus dem Jahr 2024 berichteten 35,3 Prozent der Erwachsenen über Ein- und/oder Durchschlafstörungen. Erfasst wurden entsprechende Beschwerden mindestens dreimal wöchentlich innerhalb der vergangenen vier Wochen. Frauen berichteten häufiger darüber als Männer. [2]

Diese Zahl beschreibt Schlafbeschwerden und darf nicht mit der Häufigkeit einer ärztlich diagnostizierten chronischen Insomnie gleichgesetzt werden. Dafür müssen zusätzliche Kriterien erfüllt sein, insbesondere Dauer, Tagesbeeinträchtigungen und ausreichende Schlafgelegenheit. Je nach Untersuchung und verwendeter Definition fallen Häufigkeitsangaben deshalb unterschiedlich aus.

Schlafprobleme können in jeder Lebensphase auftreten. Veränderungen im Beruf, familiäre Belastungen, Erkrankungen oder hormonelle Umstellungen können eine Rolle spielen. Auch mit zunehmendem Alter verändert sich der Schlaf. Anhaltend belastende Beschwerden sollten dennoch nicht einfach als unvermeidliche Alterserscheinung hingenommen werden.

04 / SCHLAFSTÖRUNGEN

Wie sich Schlafstörungen bemerkbar machen

Einschlafstörungen

Vielleicht sind Sie auf dem Sofa schläfrig, werden im Bett aber plötzlich hellwach. Gedanken an den vergangenen Tag, unerledigte Aufgaben oder die Folgen einer schlechten Nacht drängen sich auf. Je stärker Sie versuchen einzuschlafen, desto angespannter fühlen Sie sich.

Wichtig ist nicht, jede Minute zu messen. In der Diagnostik betrachten wir, ob das Einschlafen regelmäßig als deutlich erschwert erlebt wird und wie es Ihnen damit geht. Auch der Zeitpunkt des Zubettgehens und Ihr persönlicher Schlafrhythmus sind relevant.

Durchschlafstörungen

Kurze Wachphasen in der Nacht sind normal. Belastend wird es, wenn Sie wiederholt länger wach liegen und nur schwer erneut einschlafen. Manche Menschen erleben die Nacht dann als eine Folge kurzer Schlafabschnitte, andere erinnern vor allem die langen Wachphasen.

Dabei lohnt sich ein genauer Blick: Werden Sie durch Grübeln, Schmerzen, Harndrang, Geräusche oder Atemprobleme wach? Oder lässt sich kein klarer Auslöser erkennen? Unterschiedliche Ursachen können ähnliche Beschwerden hervorrufen.

Frühes Erwachen

Beim Früherwachen endet der Schlaf deutlich früher als gewünscht, und ein erneutes Einschlafen gelingt nicht. Vielleicht beginnen schon am frühen Morgen Sorgen oder eine gedrückte Stimmung. Früherwachen kann z.B. bei einer Depression, aber auch im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen oder einem verschobenen Schlafrhythmus auftreten. Dies allein muss noch kein Hinweis auf eine Depression sein.

Müdigkeit und weitere Folgen am Tag

Eine Schlafstörung betrifft nicht nur die Nacht. Typische Tagesfolgen sind Erschöpfung, Konzentrationsprobleme, geringere Belastbarkeit, Reizbarkeit oder das Gefühl, alltägliche Anforderungen nur noch mit großer Anstrengung zu bewältigen. Auch Beziehungen und Freizeit können darunter leiden.

Manche Betroffene sind müde und zugleich innerlich angespannt, ohne tagsüber einschlafen zu können. Ausgeprägte Schläfrigkeit mit ungewolltem Einnicken ist davon zu unterscheiden und sollte besonders sorgfältig abgeklärt werden. Wenn Sie beim Autofahren schläfrig werden, fahren Sie nicht weiter. Eine solche Gefährdung sollte zeitnah ärztlich besprochen werden.

SIE MÜSSEN ES NICHT ALLEIN EINORDNEN

Ihre Beschwerden verdienen Raum.

Ein erstes Gespräch kann helfen, Ihre Situation besser zu verstehen und die nächsten Schritte zu klären.

Erstgespräch vereinbaren ↗

05 / SCHLAFSTÖRUNGEN

Warum sich ein Teufelskreis entwickeln kann

Am Anfang steht manchmal eine belastende Situation: beruflicher Druck, eine Trennung oder eine Erkrankung. Der Schlaf verschlechtert sich. Auch wenn der ursprüngliche Auslöser später nachlässt, können die Schlafprobleme bestehen bleiben.

Vielleicht gehen Sie vorsorglich immer früher ins Bett, bleiben morgens länger liegen oder versuchen tagsüber Schlaf nachzuholen. Das ist verständlich. Bei manchen Menschen führt es jedoch dazu, dass sie viel Zeit wach im Bett verbringen und abends weniger Schlafdruck spüren.

Gleichzeitig wächst die Sorge: „Wenn ich heute wieder nicht schlafe, schaffe ich morgen gar nichts.“ Häufiges „auf die Uhr schauen“, das Prüfen der eigenen Müdigkeit und der Versuch, Schlaf zu erzwingen, erhöhen die Anspannung. Das Bett wird zunehmend mit Wachliegen und Frustration verbunden.

Dieser Kreislauf bedeutet nicht, dass Sie Ihre Beschwerden selbst verschuldet haben. Es handelt sich um nachvollziehbare Reaktionen auf belastende Nächte. In der Behandlung können wir untersuchen, welche dieser Muster bei Ihnen eine Rolle spielen und wie sich der Druck rund um das Schlafen schrittweise verringern lässt.

06 / SCHLAFSTÖRUNGEN

Welche Ursachen Schlafprobleme haben können

Häufig wirken mehrere Faktoren zusammen. Die Unterscheidung zwischen auslösenden und aufrechterhaltenden Bedingungen hilft, eine Behandlung gezielt zu planen.

Psychische Belastungen wie Stress, anhaltende Sorgen, Ängste, Trauer oder depressive Beschwerden können das Einschlafen und die nächtliche Erholung beeinträchtigen. Umgekehrt kann anhaltend schlechter Schlaf die psychische und körperliche Belastbarkeit vermindern. Eine Insomnie kann daher gemeinsam mit einer anderen psychischen Erkrankung bestehen und eine eigene Behandlung benötigen.

Auch körperliche Beschwerden kommen als Mitursache infrage, beispielsweise Schmerzen, Atemwegsprobleme, nächtlicher Reflux oder eine Schilddrüsenerkrankung. Hormonelle Veränderungen, etwa in den Wechseljahren, können den Schlaf ebenfalls stören. Welche Untersuchungen sinnvoll sind, richtet sich nach den vermuteten Auslösern und Ihrer Vorgeschichte.

Unregelmäßige Arbeitszeiten, Schichtarbeit, Licht und Lärm können insbesondere den Schlaf-Wach-Rhythmus beeinflussen. Wenn Sie grundsätzlich gut schlafen, aber zu anderen Zeiten als gesellschaftlich oder beruflich gefordert, muss auch eine Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus bedacht werden.

Koffein, Nikotin, Alkohol und bestimmte Medikamente können Schlafprobleme auslösen oder verstärken. Deshalb gehört zur Abklärung auch, welche Präparate und Substanzen Sie wann und in welcher Menge verwenden. Verordnete Medikamente sollten Sie nicht eigenständig absetzen; häufig lässt sich gemeinsam prüfen, ob eine Anpassung sinnvoll ist.

07 / SCHLAFSTÖRUNGEN

Schlafapnoe und Restless Legs Syndrom als wichtige Abgrenzungen

Atemaussetzer während des Schlafs

Bei einer obstruktiven Schlafapnoe verengen oder verschließen sich die oberen Atemwege wiederholt im Schlaf. Mögliche Hinweise sind lautes, unregelmäßiges Schnarchen, beobachtete Atempausen, nächtliches Luftschnappen und deutliche Schläfrigkeit am Tag. Nicht jeder schnarchende Mensch hat eine Schlafapnoe und nicht alle Betroffenen bemerken die nächtlichen Ereignisse selbst.

Bei solchen Hinweisen ist eine gezielte schlafmedizinische Abklärung wichtig. Je nach Befund kommen unter anderem eine nächtliche „Überdrucktherapie“ über eine Atemmaske, beispielsweise sogenannte CPAP- oder APAP-Geräte, oder in geeigneten Fällen eine individuell angepasste Unterkieferprotrusionsschiene infrage. Diese Therapieformen setzen in der Regel eine weitere fachärztliche Unterstützung (z.B. durch HNO-ÄrztInnen) voraus und sind daher keine allgemeine Behandlungsmethode jeder Schlaflosigkeit. [3]

Unruhige Beine am Abend

Das Restless-Legs-Syndrom kann sich durch unangenehme Empfindungen und einen starken Bewegungsdrang in den Beinen zeigen. Typisch ist, dass die Beschwerden in Ruhe auftreten, abends oder nachts stärker sind und sich durch Bewegung vorübergehend bessern.

Wenn Sie solche Beschwerden kennen, sprechen Sie diese ausdrücklich an. Die ärztliche Abklärung berücksichtigt unter anderem bestimmte Laborwerte und mögliche verstärkende Medikamente. Eine Behandlung richtet sich nach Ursache und Ausprägung.[4]

Andere Schlafstörungen und eine Insomnie können gleichzeitig vorliegen. Deshalb ist es wichtig, nicht vorschnell jede schlechte Nacht ausschließlich auf Stress zurückzuführen.

08 / SCHLAFSTÖRUNGEN

Diagnostik von Schlafstörungen in der Citypraxis Göttingen

Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch. Wir möchten verstehen, wie Sie Ihre Nächte erleben und welche Auswirkungen die Beschwerden auf Ihren Alltag haben. Dazu gehören Beginn, Verlauf und Häufigkeit der Schlafprobleme ebenso wie Ihre Lebenssituation, bisherige Behandlungen und Ihre Erwartungen.

Wir besprechen beispielsweise, wann Sie zu Bett gehen und aufstehen, ob sich Arbeits- und freie Tage unterscheiden, wie lange Wachphasen ungefähr dauern und ob Sie tagsüber schlafen. Auch nächtliches Schnarchen, Atempausen, Bewegungsdrang, Schmerzen sowie Medikamente und Genussmittel sind wichtige Themen.

Ergänzend können standardisierte Fragebögen helfen, Beschwerden und Verlauf systematisch zu erfassen. Hinweise auf Angststörungen, Depressionen oder andere psychische Erkrankungen werden mitberücksichtigt. Bei Verdacht auf körperliche Ursachen besprechen wir eine entsprechende ärztliche Abklärung, gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit Ihrer Hausarztpraxis oder einer spezialisierten Facharztpraxis.

Die Diagnose ergibt sich aus dem Gesamtbild. Weder ein einzelner Fragebogenwert noch eine schlechte Nacht oder die Anzeige einer Smartwatch reichen dafür aus.

Eine erste Orientierung mit dem Selbsttest

Wenn Sie Ihre Beschwerden zunächst strukturieren möchten, können Sie den Schlafstörungen-Selbsttest der Citypraxis Göttingen nutzen. Der orientierende Selbsttest bezieht sich auf die letzten vier Wochen und erfasst unter anderem Einschlafprobleme, Durchschlafstörungen, Früherwachen sowie Folgeerscheinungen am Tage wie Müdigkeit, Erschöpfung und Konzentrationsprobleme.

Der Test ersetzt keine ärztliche Diagnose. Ein Testergebnis kann ein Gespräch vorbereiten, aber weder die Ursache feststellen noch andere Schlafstörungen sicher ausschließen. Sie können auch ohne Selbsttest direkt einen Termin vereinbaren.

Was ein Schlaftagebuch sichtbar machen kann

Ein Schlaftagebuch hilft dabei, Muster über mehrere Nächte zu erkennen. Häufig genügt zunächst eine Dokumentation über ein bis zwei Wochen. Sie notieren morgens ungefähr, wann Sie ins Bett gegangen sind, wie lange das Einschlafen dauerte, ob längere Wachphasen auftraten und wann Sie aufgestanden sind. Ergänzend können Schlafphasen während des Tages, das allgemeine Tagesbefinden und besondere Einflüsse festgehalten werden.

Es geht dabei um brauchbare Schätzungen, nicht um eine lückenlose Kontrolle der Symptomatik. Dafür müssen Sie nicht ständig auf die Uhr schauen. Im Verlauf kann das Tagebuch zeigen, ob sich Schlaf, Bettzeiten und Tagesbefinden verändern. Wenn das Protokollieren selbst Druck erzeugt, lässt sich der Umfang anpassen.

Wann ein Schlaflabor sinnvoll ist

Nicht bei jeder Schlafproblematik ist eine Untersuchung im Schlaflabor automatisch erforderlich. Sie kann beispielsweise sinnvoll werden, wenn Hinweise auf eine körperlich bedingte Schlafstörung vorliegen, beispielsweise Atemaussetzer, auffällige nächtliche Bewegungen oder ungewöhnliche Verhaltensweisen im Schlaf. Auch bei unklaren oder trotz angemessener Behandlung anhaltenden Beschwerden kann eine schlafmedizinische Abklärung im Schlaflabor weiterhelfen.

Je nach Fragestellung kann zunächst eine ambulante Messung zu Hause erfolgen. Im Schlaflabor werden unter anderem Atmung, Sauerstoffsättigung und Schlafstadien aufgezeichnet. Wir besprechen, ob eine solche Untersuchung in Ihrer Situation einen zusätzlichen Nutzen erwarten lässt. Für diesen Fall wäre dann eine Untersuchung in einem externen Schlaflabor zu besprechen. [5]

09 / SCHLAFSTÖRUNGEN

Behandlung von Schlafstörungen

Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt von der Art der Schlafstörung, möglichen Begleiterkrankungen und Ihren persönlichen Zielen ab. Vielleicht möchten Sie nachts weniger lange wach liegen, tagsüber wieder belastbarer sein oder ohne ständige Angst vor der nächsten Nacht ins Bett gehen können.

Bei chronischer Insomnie empfehlen die Leitlinien die kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie, kurz KVT-I, als erste Behandlung. Sie verbindet mehrere aufeinander abgestimmte Methoden. Wenn sie nicht ausreichend hilft oder nicht durchführbar ist, können weitere Möglichkeiten einschließlich einer medikamentösen Therapie gemeinsam abgewogen werden. [6]

In der Citypraxis Göttingen betrachten wir Ihre Beschwerden im Zusammenhang mit Ihrer gesamten gesundheitlichen Situation. Gemeinsam besprechen wir, welche therapeutischen Schritte geeignet sind und ob ergänzend ein spezialisiertes Angebot benötigt wird. Ziel sind alltagstaugliche Veränderungen; ein bestimmter Behandlungserfolg oder eine feste Schlafdauer lassen sich nicht versprechen.

KVT-I und das Verständnis des eigenen Schlafs

Zur Psychoedukation gehört, verständlich zu erklären, wie Schlaf entsteht und warum er sich nicht willentlich erzwingen lässt. Der im Wachzustand zunehmende Schlafdruck und die innere Uhr beeinflussen, wann wir schläfrig werden. Auch Anspannung, Gewohnheiten und Erwartungen wirken darauf ein.

Dieses Wissen kann helfen, normale Schwankungen weniger bedrohlich zu bewerten. Nicht jede Wachphase muss verhindert werden. In der Therapie wird vielmehr besprochen, welche Erwartungen realistisch sind und wie Sie mit einer schlechteren Nacht umgehen können, ohne den gesamten folgenden Tag danach auszurichten.

Stimuluskontrolle und die Verbindung zwischen Bett und Schlaf

Wenn das Bett über längere Zeit mit Grübeln oder angestrengtem Warten verbunden war, kann diese Verknüpfung selbst zum Problem werden. Die Stimuluskontrolle soll dazu beitragen, das Bett wieder stärker mit erholsamem Schlaf, anstatt mit Belastung zu verbinden.

Dazu können eine verlässliche Aufstehzeit, das Zubettgehen bei Schläfrigkeit und der Verzicht auf Arbeit oder längere Mediennutzung im Bett gehören. Bei längerem, angespanntem Wachliegen kann vereinbart werden, vorübergehend aufzustehen, einer ruhigen Tätigkeit nachzugehen und erst bei erneuter Schläfrigkeit zurückzukehren.

Das Vorgehen wird an Ihre Möglichkeiten angepasst. Es ist kein nächtlicher Leistungstest mit Stoppuhr.

Bettzeitbegrenzung und Schlafrestriktionsansätze

Viel Zeit im Bett bedeutet nicht automatisch viel Schlaf. Wenn Bettzeit und tatsächliche Schlafzeit weit auseinanderliegen, kann eine therapeutisch geplante Anpassung des Zeitfensters im Bett helfen, den Schlaf zusammenhängender werden zu lassen. Häufig wird dies als Schlafrestriktion bezeichnet; eine schrittweise Anpassung wird auch Schlafkompression genannt.

Grundlage sind das Schlaftagebuch, Ihr Tagesbefinden und eine individuelle Einschätzung. Das Zeitfenster wird im Verlauf überprüft und angepasst. Ziel ist nicht, dauerhaft zu wenig zu schlafen oder Schlafentzug als Selbstexperiment durchzuführen.

Gerade zu Beginn kann die Schläfrigkeit zunehmen. Bei verschiedenen Erkrankungen (z.B. bipolar-affektiven Erkrankungen, Epilepsie, ausgeprägter Tagesmüdigkeit oder Tätigkeiten mit besonderem Unfallrisiko) muss besonders sorgfältig geprüft werden, ob und in welcher Form das Verfahren geeignet ist. Reduzieren Sie Ihre Bettzeit deshalb nicht drastisch selbständig [7]

Bearbeitung von Gedankenmustern bei Grübeln und Schlafdruck

Gedanken wie „Morgen werde ich völlig versagen“ oder „Ich muss jetzt sofort einschlafen“ sind nach vielen schlechten Nächten nachvollziehbar. Sie können die innere Alarmbereitschaft aber zusätzlich erhöhen.

In der kognitiven Arbeit werden solche Befürchtungen gemeinsam betrachtet. Welche Folgen einer schlechten Nacht erleben Sie tatsächlich? Welche Erwartungen setzen Sie unter Druck? Welche Erfahrungen sprechen dafür, dass Sie auch nach einer unruhigen Nacht einzelne Aufgaben bewältigen können?

Es geht nicht darum, Beschwerden kleinzureden oder sich guten Schlaf einzureden. Ziel ist eine realistischere Bewertung und ein weniger belastender Umgang mit Wachphasen. Auch ein bewusst eingeplanter Zeitpunkt am Tag, um Sorgen oder Aufgaben zu sortieren, kann Teil des Vorgehens sein.

Entspannung als Unterstützung

Progressive Muskelentspannung, autogenes Training, ruhige Atemübungen oder imaginative Verfahren können helfen, körperliche und gedankliche Anspannung wahrzunehmen und zu verringern. Welche Methode für Sie persönlich geeignet ist, hängt auch von Ihren Erfahrungen und Vorlieben ab.

Eine Entspannungstechnik ist kein Schalter, der Schlaf zuverlässig auslöst. Wenn eine Übung zum Pflichtprogramm wird, nach dem Sie unbedingt einschlafen müssen, kann neuer Druck entstehen. Deshalb wird auch besprochen, wie Sie Übungen ohne Erfolgskontrolle nutzen und gegebenenfalls zunächst tagsüber erlernen können.

10 / SCHLAFSTÖRUNGEN

Was Schlafhygiene leisten kann

Günstige Schlafbedingungen sind eine sinnvolle Grundlage. Bei einer chronischen Insomnie reicht eine Liste allgemeiner Schlaftipps allein jedoch häufig nicht aus. Dass Sie trotz guter Gewohnheiten schlecht schlafen, bedeutet nicht, dass Sie etwas falsch machen.

Hilfreich können folgende Veränderungen sein:

  • Ein möglichst verlässlicher Tagesrhythmus, insbesondere eine passende regelmäßige Aufstehzeit.
  • Tageslicht und körperliche Aktivität am Tag, abgestimmt auf Ihre Gesundheit und Belastbarkeit.
  • Eine ruhige, abgedunkelte Schlafumgebung mit angenehmer Temperatur.
  • Ein bewusster Umgang mit Koffein und Nikotin, deren anregende Wirkung bis in die Nacht reichen kann.
  • Weniger aktivierende Arbeit, belastende Nachrichten oder aufwühlende Medieninhalte vor dem Schlafengehen.

Alkohol eignet sich nicht als Schlafhilfe. Er kann zwar zunächst müde machen, den weiteren Schlaf aber stören und schlafbezogene Atmungsprobleme verstärken.

Auch ein ruhiges Abendritual kann angenehm sein. Es muss jedoch nicht jeden Abend exakt gleich ablaufen. Gute Schlafgewohnheiten sollen Ihren Alltag erleichtern und keinen neuen Perfektionsanspruch schaffen.

Bett mit orangefarbener Bettwäsche, Büchern und einer Zimmerpflanze
Symbolbild · Foto: Zeinab Ghassemi / Pexels

11 / SCHLAFSTÖRUNGEN

Welche Rolle Medikamente spielen können

Medikamente können in bestimmten Situationen entlasten. Ob ihr Nutzen die Risiken überwiegt, sollte ärztlich besprochen werden. Dabei zählen unter anderem die Art der Beschwerden, Begleiterkrankungen, andere Medikamente, Ihr Alter und Ihre Anforderungen am folgenden Tag.

Sogenannte Z-Substanzen beispielsweise können den Schlaf kurzfristig unterstützen, bergen jedoch Risiken wie Benommenheit, Stürze, Gewöhnung und Abhängigkeit. Eine längerfristige Einnahme erfordert eine besonders sorgfältige Begründung und Kontrolle. Bereits regelmäßig eingenommene Schlafmittel sollten nicht abrupt eigenständig abgesetzt werden. [8]

Je nach individueller Situation kommen auch andere Wirkstoffgruppen infrage. Dazu gehören beispielsweise bestimmte sedierende Antidepressiva, Melatoninpräparate oder sogenannte Orexin-Rezeptor-Antagonisten. Die Mittel unterscheiden sich in Wirkung, Zulassung, Nebenwirkungen und geeigneter Behandlungsdauer. Auch neuere Präparate sind nicht für jeden Menschen geeignet. [6] [9]

Frei verkäufliche Schlafmittel, pflanzliche Präparate und Melatonin sind ebenfalls nicht automatisch wirksam oder unbedenklich.

Wenn eine Medikation vereinbart wird, gehören ein klares Behandlungsziel, Verlaufskontrollen und eine Planung der weiteren Einnahme oder Beendigung dazu. Medikamente und psychotherapeutische Maßnahmen können sich ergänzen. Eine dauerhafte Selbstbehandlung ohne ärztliche Begleitung ist nicht sinnvoll.

12 / SCHLAFSTÖRUNGEN

Zugrunde liegende und begleitende Erkrankungen mitbehandeln

Wenn beispielsweise Depressionen, Ängste, Schmerzen oder eine Schlafapnoe den Schlaf beeinträchtigen, brauchen auch diese Erkrankungen eine passende Behandlung. Dabei muss nicht immer erst die eine Störung vollständig behoben sein, bevor die andere behandelt werden kann.

Eine eigenständig fortbestehende Insomnie kann zusätzlich gezielte Maßnahmen benötigen. Umgekehrt ersetzt eine Insomniebehandlung weder eine Atemtherapie bei Schlafapnoe noch die notwendige Versorgung anderer Erkrankungen. Eine interdisziplinäre Behandlung ist dabei oft hilfreich.

13 / SCHLAFSTÖRUNGEN

Ihr Erstgespräch in der Citypraxis Göttingen

Sie müssen vor dem ersten Termin nicht wissen, ob eine Insomnie, eine andere Schlafstörung oder eine begleitende psychische Belastung vorliegt. Es genügt, dass Sie Ihre Beschwerden schildern und Möglichkeiten der Unterstützung kennenlernen möchten.

Im Erstgespräch können Sie schildern, was Sie nachts und tagsüber erleben. Hilfreich sind eine Liste Ihrer Medikamente, relevante Vorbefunde und gegebenenfalls ein bereits geführtes Schlaftagebuch. Auch Beobachtungen einer Person, die Atempausen oder auffällige Bewegungen bemerkt hat, können wertvoll sein. Diese Unterlagen sind jedoch keine Voraussetzung für das Gespräch.

Gemeinsam besprechen wir die fachliche Einordnung, mögliche weitere Untersuchungen und realistische Behandlungsziele. Auch Ihre Fragen zur Psychotherapie bei Schlafstörungen und zu medikamentösen Möglichkeiten finden dabei Platz.

14 / SCHLAFSTÖRUNGEN

Hilfe bei Schlafstörungen in Göttingen und der Region

Die Citypraxis für Psychische Gesundheit befindet sich in der Goetheallee 1 in Göttingen, nahe dem Hauptbahnhof. Sie ist damit auch für Menschen aus der Region Südniedersachsen, beispielsweise aus Northeim, Bovenden oder dem Raum Duderstadt, erreichbar.

Die Praxis richtet sich an Privatversicherte und Selbstzahlende. Informationen zur Abrechnung und zu den organisatorischen Rahmenbedingungen finden Sie auf unserer Seite zu den Kosten. Fragen zur individuellen Erstattung klären Sie bitte vorab mit Ihrem Versicherer.

Wenn Sie Unterstützung suchen, können Sie über unsere Kontaktseite ein Erstgespräch anfragen. Sie müssen Ihre Beschwerden nicht zunächst allein lösen oder abwarten, bis die Belastung noch größer wird.

15 / SCHLAFSTÖRUNGEN

Häufige Fragen zu Schlafstörungen und ihrer Behandlung

Woran erkenne ich eine behandlungsbedürftige Schlafstörung?

Ein wichtiger Hinweis ist die Verbindung aus wiederkehrenden Schlafproblemen und Beeinträchtigungen am Tag. Wenn Sie sich erschöpft fühlen, sich schlechter konzentrieren können oder bereits Angst vor dem Zubettgehen haben, kann eine Abklärung sinnvoll sein. Entscheidend ist das Gesamtbild, nicht eine einzelne schlechte Nacht oder ein bestimmter Wert auf Ihrer Uhr.

Muss ich erst längere Zeit warten, bevor ich Hilfe suche?

Nein. Gewisse Zeitkriterien sollten zwar bei der Diagnose einer chronischen Insomnie berücksichtigt werden. Allerdings können auch kürzer bestehende Beschwerden Unterstützung erfordern. Wenn Schlafprobleme Ihren Alltag deutlich beeinträchtigen oder rasch zunehmen, können Sie daher auch bereits frühzeitig ärztlichen Rat suchen. Eine frühe Einordnung kann zudem helfen, ungünstige Bewältigungsmuster zu erkennen.

Wie viel Schlaf brauche ich und ist nächtliches Aufwachen normal?

Das Schlafbedürfnis unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Eine starre Stundenzahl allein entscheidet nicht darüber, ob Ihr Schlaf gesund ist. Auch kurze Wachphasen während der Nacht sind normal. Wenn Sie jedoch regelmäßig länger wach liegen und tagsüber leiden, lohnt sich eine Abklärung. Das Ziel einer Behandlung ist nicht zwingend eine völlig unterbrechungsfreie Nacht. [10]

Warum bin ich müde und kann trotzdem nicht einschlafen?

Erschöpfung ist nicht immer dasselbe wie Schläfrigkeit. Grübeln, körperliche Anspannung oder ein ungünstiger Schlafzeitpunkt können dazu beitragen, dass Sie sich ausgelaugt und gleichzeitig wach fühlen. In der Behandlung wird untersucht, welche Faktoren bei Ihnen zusammenwirken. Sich noch stärker zum Schlafen zu zwingen, hilft dabei meist wenig.

Bedeutet frühes Erwachen automatisch eine Depression?

Nein. Früherwachen kann verschiedene Ursachen haben. Wenn zusätzlich über längere Zeit beispielsweise Niedergeschlagenheit, Interessenverlust oder Antriebsmangel auftreten, sollte eine depressive Erkrankung mitgeprüft werden. Auch Schlafrhythmus, körperliche Beschwerden und Medikamente können relevant sein. Ein einzelnes Schlafsymptom genügt nicht, um eine Depression festzustellen.

Was sagt der Schlafstörungen-Selbsttest aus?

Der orientierende Schlafstörungen-Selbsttest erfasst Beschwerden der letzten vier Wochen, darunter Ein- und Durchschlafprobleme, Früherwachen und Tagesfolgen. Er kann helfen, Ihre Beobachtungen zu ordnen. Er ersetzt keine ärztliche Diagnose und kann weder Schlafapnoe noch andere Ursachen sicher ausschließen. Bei anhaltender Belastung ist unabhängig vom Ergebnis eine Abklärung sinnvoll.

Muss ich vor dem ersten Termin ein Schlaftagebuch führen?

Nein. Wenn Sie bereits Aufzeichnungen haben, können Sie diese gerne mitbringen. Andernfalls lässt sich gemeinsam besprechen, ob und wie ein Tagebuch hilfreich wäre. Ungefähre Angaben reichen aus. Sie müssen nachts keine Zeiten sekundengenau messen und brauchen dafür weder eine App noch einen Schlaftracker.

Kann eine Smartwatch eine Schlafstörung feststellen?

Eine Smartwatch kann Anhaltspunkte zu Ruhezeiten und persönlichen Verhaltens- bzw. Bewegungsmustern liefern. Ihre Schätzungen von Schlafdauer und Schlafstadien ersetzen aber keine medizinische Diagnostik. Wenn die tägliche Kontrolle der Werte Ihre Sorgen verstärkt, kann es sogar sinnvoll sein, die Messung vorübergehend zu reduzieren und Ihre Beschwerden im persönlichen Gespräch zu erörtern.

Wann brauche ich ein Schlaflabor?

Nicht jede Schlafstörung muss im Schlaflabor untersucht werden. Eine solche Untersuchung kommt vor allem bei Hinweisen auf körperlich bedingte Schlafstörungen oder unklaren Beschwerden infrage. Dazu zählen beispielsweise beobachtete Atempausen, auffällige Bewegungen oder starke Tageschläfrigkeit. Welche Untersuchung geeignet ist, wird anhand Ihrer Symptome entschieden.

Welche Psychotherapie hilft bei Schlafstörungen?

Bei chronischer Insomnie ist die KVT-I die empfohlene Behandlungsmethode. Sie verbindet Informationen über Schlaf mit gezielten Veränderungen von Gewohnheiten, dem Umgang mit schlafbezogenen Gedanken und weiteren individuell ausgewählten Bausteinen. Sie geht damit über allgemeine Entspannungsübungen oder Schlaftipps hinaus. Gemeinsam wird geprüft, welche Form der Behandlung für Sie geeignet ist.

Soll ich meine Schlafzeit selbst stark verkürzen?

Nein. Therapeutische Bettzeitbegrenzung bedeutet eine fachlich geplante und kontrollierte Anpassung. Eine starke eigenständige Verkürzung kann z.B. zu mehr Schläfrigkeit und Unfallrisiken führen. Bei bestimmten Erkrankungen sind besondere Anpassungen erforderlich. Besprechen Sie solche Methoden deshalb vorab, statt eine möglichst kurze Nacht als Behandlungsziel anzustreben.

Reichen Schlafhygiene und Entspannung aus?

Bei leichteren, vorübergehenden Beschwerden können Veränderungen im Alltag unterstützen. Bei einer chronischen Insomnie sind sie häufig nur ein Teil der Behandlung. Wenn Sie bereits viel ausprobiert haben, ist das kein persönliches Versagen. Eine gezielte Therapie berücksichtigt auch erlernte Wachmuster, Erwartungen und die Sorge vor dem Nichtschlafen.

Muss ich Schlafmittel einnehmen?

Nicht automatisch. Bei chronischer Insomnie steht zunächst die KVT-I im Vordergrund. Medikamente können je nach Situation ergänzend oder bei nicht ausreichender beziehungsweise nicht durchführbarer KVT-I erwogen werden. Sie entscheiden gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt auf Grundlage von Nutzen, Risiken und Ihren Präferenzen.

Was ist, wenn ich bereits seit längerer Zeit Schlafmittel nehme?

Sprechen Sie offen an, welche Mittel Sie verwenden und wie häufig. Verändern Sie eine länger bestehende Einnahme nicht abrupt und ohne ärztliche Rücksprache. Gemeinsam lässt sich prüfen, ob die Behandlung weiterhin geeignet ist oder wie eine mögliche Reduktion bzw. medikamentöse Umstellung sicher gestaltet werden kann. Dabei können auch Sorgen vor erneut schlechterem Schlaf berücksichtigt werden.

Wie lange dauert eine Behandlung und können Beschwerden zurückkehren?

Das hängt unter anderem von Dauer und Ausprägung der Beschwerden, Begleiterkrankungen und der gewählten Therapie ab. Veränderungen benötigen meist Zeit und Erprobung im Alltag. Einzelne schlechtere Nächte können auch nach einer Besserung vorkommen. Zur Behandlung gehört deshalb, hilfreiche Strategien für erneute Belastungsphasen zu entwickeln, ohne eine dauerhaft perfekte Nacht zum Maßstab zu machen.

Kann ich auch mit Ängsten oder Depressionen Unterstützung erhalten?

Ja. In der Abklärung werden begleitende psychische Beschwerden berücksichtigt. Schlafprobleme und andere Erkrankungen können sich gegenseitig beeinflussen und müssen gegebenenfalls parallel behandelt werden. Welche Schritte sinnvoll sind und wann weitere Unterstützung erforderlich ist, wird individuell mit Ihnen in der Citypraxis Göttingen besprochen.

Brauche ich bereits eine Diagnose und werden die Kosten übernommen?

Eine bestehende Diagnose ist für die Anfrage eines Erstgesprächs nicht erforderlich. Die Citypraxis ist eine Privatpraxis für Privatversicherte und Selbstzahlende. Eine Erstattung hängt von Ihrem Vertrag und den jeweiligen Voraussetzungen ab; sie kann nicht pauschal zugesagt werden.

16 / SCHLAFSTÖRUNGEN

Den nächsten Schritt gemeinsam klären

Wenn schlechte Nächte Ihren Alltag zunehmend bestimmen, müssen Sie damit nicht allein bleiben. In einem Erstgespräch in der Citypraxis Göttingen können wir Ihre Beschwerden genauer besprechen und planen, welche Diagnostik und Behandlung für Sie infrage kommen.

Vereinbaren Sie ein Erstgespräch in der Citypraxis Göttingen und schildern Sie uns Ihr Anliegen. Sie brauchen dafür weder eine schon bestehende Diagnose noch die Gewissheit, dass Ihre Beschwerden „schlimm genug“ sind.

17 / SCHLAFSTÖRUNGEN

Quellen und weiterführende Informationen

Informationsstand September 2026. Die Informationen ersetzen keine individuelle ärztliche oder psychotherapeutische Beratung.

[1] NHLBI – Insomnia Diagnosis. Kriterien chronischer Insomnie und diagnostische Abklärung.

[2] Robert Koch-Institut – Ein- und Durchschlafstörungen bei Erwachsenen in Deutschland. Journal of Health Monitoring 2026; 11:07. Daten des Panels 2024.

[3] IQWiG – Obstruktive Schlafapnoe.

[4] gesund.bund.de – Restless-Legs-Syndrom.

[5] IQWiG – Was passiert bei einer Schlaflabor-Untersuchung.

[6] DGSM und beteiligte Fachgesellschaften – S3-Leitlinie Insomnie bei Erwachsenen, Update 2025. AWMF-Registernummer 063-003, Version 2.0.

[7] AASM – Behavioral and psychological treatments for chronic insomnia disorder in adults. Klinische Leitlinie 2021, insbesondere Hinweise zur individuellen Eignung der Bettzeitbegrenzung.

[8] IQWiG – Behandlung mit Schlaf- und Beruhigungsmitteln.

[9] Europäische Arzneimittel-Agentur – Quviviq. Informationen zum Orexin-Rezeptor-Antagonisten Daridorexant.

[10] IQWiG – Was ist normaler Schlaf.

PD Dr. Philipp Heßmann, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

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